Betriebliches Gesundheitsmanagement gegen Homeoffice-Langzeitschäden

Homeoffice ist seit März 2020 für viele von der Ausnahme zur Regel geworden. Auf die langfristigen, speziell die gesundheitlichen Folgen dieser Entwicklung, müssen sich Unternehmen und Arbeitende jedoch erst einstellen.

Um sie bestmöglich vor dem Coronavirus zu schützen, haben deutsche Unternehmen ihre Angestellten zu großen Teilen ins Homeoffice beordert – eine ebenso plausible wie umsichtige Maßnahme. Angesichts der nach wie vor unklaren Situation lassen Unternehmen ihre Belegschaften weiterhin von zu Hause aus arbeiten. Neben den unbestreitbareren Vorteilen, die das Homeoffice allgemein und vor allem während des Lockdowns bot, birgt diese Maßnahme jedoch auch akute Risiken für Körper und Seele. Die gesundheitlichen Gefahren machen sich zunächst nur schleichend bemerkbar, Wirtschaft und Staat können sie aber langfristig umso teurer zu stehen kommen. 

Homeworker leiden häufig an Bore-out: Langeweile, abnehmende Lernfähigkeit und Sinnkrisen.

Mediziner warnen derzeit eindringlich vor umfassenden Langzeitfolgen durch die Arbeit von zu Hause. Auf psychologischer Ebene sind es, neben Erscheinungen wie Lagerkoller und Stress, vor allem spezifische Folgeerkrankungen, die zur Belastung werden können. „Die Entwicklung ist alarmierend“, sagt die Psychologin und BWL-Professorin Ruth Stock-Homburg über das verordnete Fernbleiben vom Arbeitsplatz. Als Leiterin der Studie „COFIT4U (Corona-Fitness-for-you) – Mit mentaler Fitness stark in der Krise“ forschte sie seit kurz nach Beginn der behördlich angeordneten Kontaktbeschränkungen über das aktuelle Wohlbefinden von Büroangestellten. 

Bewegungsmangel durch Homeoffice und die Folgen

Erste Ergebnisse weisen darauf hin, dass sich zahlreiche Berufstätige mit anhaltender Dauer der Heimarbeit zunehmend schlechter fühlen. Darüber hinaus beobachtet Stock-Homburg unter den ins Homeoffice versetzten Erwerbstätigen vermehrt ein Phänomen namens Bore-out: „Bore-out bedeutet, dass bei Büroarbeitern Langeweile, abnehmende Lernmöglichkeiten und eine Sinnkrise im Job zusammenkommen.“ Die Folge von Bore-out können nach Aussage der Wissenschaftlerin Depressionen und Angststörungen sein. Auch das Herz-Kreislauf- und Immunsystem werde geschwächt. Die akuten psychischen Symptome könnten bei einer Veränderung der persönlichen Situation zwar innerhalb von Tagen oder Wochen wieder verschwinden, die Therapie von Folgeerkrankungen brauche allerdings Jahre.

Die Ursache für die genannten Phänomene bringt Stock-Homburg mit einer ebenso kurzen wie einleuchtenden Erklärung auf den Punkt: „Im Homeoffice haben die Menschen mehr Zeit zum Grübeln und weniger Bewegung“. Ähnliche Ansichten vertreten die Medizinprofessoren Rüdiger Reer und Herbert Löllgen, die sich den Folgen der Heimarbeit auf physiologischer Ebene nähern. Die beiden Sportmediziner haben den im trauten Heim beinahe zwangsläufig eintretenden Bewegungsmangel ebenfalls als gesundheitliches Risiko identifiziert und klären über dessen mögliche Konsequenzen auf: Ob Rückenprobleme, Gewichtszunahme oder die damit verbundenen Langzeitfolgen wie Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen – die Liste ist lang. Zusätzlich warnen die Experten vor Kompensationshandlungen wie Tabak- und Alkoholkonsum oder übermäßigem Essen, um sich die normalerweise durch Bewegung ausgeschütteten Glücksgefühle auf andere Weise zu verschaffen.

Ausfallkosten in Milliardenhöhe

Das großzügige Verordnen von Heimarbeit und die damit verbundenen gesundheitlichen Folgen haben auch langfristige finanzielle Auswirkungen. Während dem deutschen Staat eine beträchtliche Zusatzbelastung des Gesundheitssystems bevorsteht, werden sich hiesige Arbeitgeber in Zukunft mit erhöhten Ausfallkosten konfrontiert sehen. Im Jahr 2018 ergaben sich mit einer durchschnittlichen Arbeitsunfähigkeit von 17,4 Tagen für jede werktätige Person bereits insgesamt 708,3 Millionen Arbeitsunfähigkeitstage. 

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Ausgehend von diesem Arbeitsunfähigkeitsvolumen schätzte die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin die volkswirtschaftlichen Produktionsausfälle seinerzeit auf insgesamt 85 Milliarden Euro und den Ausfall an Bruttowertschöpfung auf 145 Milliarden Euro (PDF). Die Verluste durch die anhaltende Tätigkeit im Homeoffice lassen sich in diesem Moment – wenn überhaupt – zwar nur grob schätzen. Es kann aber mit großer Sicherheit von einem starken Anstieg der Ausfallkosten ausgegangen werden.

Die Corona-Krise wird die krankheitsbedingten Ausfälle um einiges steigern.

All diese Auswirkungen spitzen sich durch den demografischen Wandel in Deutschland weiter zu: Bereits seit mehr als zwei Jahrzehnten altern die Belegschaften deutlich. Waren im Jahr 2008 nur 20 Prozent aller Erwerbstätigen älter als 50 Jahre, werden es bis ins Jahr 2050 aller Voraussicht nach sogar 34 Prozent der Beschäftigten sein. Die Tatsache, dass Menschen mit zunehmendem Alter krankheitsanfälliger werden, wird die zukünftig durch Heimarbeit ohnehin erhöhten Ausfallkosten weiter auf die Spitze treiben. 

Vorteile durch betriebliche Gesundheitsförderung

Angesichts dieser Aussichten wird schnell deutlich, dass nicht nur die Beschäftigten selbst für ihre regelmäßige Bewegung sorgen sollten. Vielmehr sind ihre Arbeitgeber hier ebenso gefragt, da es nicht zuletzt um das beidseitige Interesse der effektiven Erhaltung von Arbeits- und Leistungsfähigkeit bis ins fortgeschrittene Erwerbsalter geht. Nicht wenige Unternehmen haben diese Verantwortung bereits erkannt und bieten ihren Angestellten zahlreiche Angebote im Bereich der betrieblichen Gesundheitsförderung. Schließlich sind gesunde Erwerbstätige nicht nur zufriedener und leistungsfähiger, sondern im Endeffekt auch produktiver. 

Caring Companies kümmern sich um die Gesundheit ihrer Belegschaft.

Diese Art der betrieblichen Fürsorge zahlt sich zudem auch in anderer Hinsicht aus: Moderne Unternehmen sind heutzutage nicht mehr nur reine Brötchengeber, sondern entwickeln sich allmählich zu sogenannten Caring Companies (fürsorgende Unternehmen) mit ganzheitlicher Firmenpolitik. Um ihre Beschäftigten möglichst langfristig an sich zu binden, sorgen sie durch Annehmlichkeiten wie Gesundheitsförderung, Werkswohnungen, Kinderbetreuung und flexible Arbeitszeiten für deren Zufriedenheit und Wohlbefinden. 

Eine effektive Förderung der Mitarbeitergesundheit ist für viele Firmen der erste Schritt auf dem Weg zur Caring Company. Es ist ein Weg, den deutsche Unternehmen wohl zwangsläufig gehen werden müssen, um von der Konkurrenz im Wettbewerb um zukünftige Talente nicht abgehängt zu werden. Denn bereits im Jahr 2025 werden in Deutschland 2,9 Millionen Fachkräfte fehlen – Tendenz steigend.

Einfache Lösungen durch externe Anbieter 

Ein weiterer Vorteil betrieblicher Gesundheitsförderung ist die Etablierung von Gesundheit in der Firmenkultur. In den letzten Jahrzehnten haben sich Themen wie körperliche Fitness und bewusste Ernährung ganz fest im Bewusstsein der Bevölkerung verankert. Ökonomische Schlagworte wie Motivation und Arbeitszufriedenheit tragen dem nicht nur Rechnung, sondern sind der unternehmerische Beitrag zur angestrebten Work-Life-Balance. Mit einem durchdachten Gesundheitsmanagement können Arbeitgeber ein internes Zeichen setzen und sich gleichzeitig ein positives Image als Caring Company verschaffen. 

Kleinere Firmen scheuen den Aufwand gesundheitsfördernder Maßnahmen.

Die Umsetzung gesundheitsfördernder Maßnahmen ist allerdings oftmals nicht einfach. Das Vorhalten eigener Gesundheits- und Fitnessangebote ist für viele kleine und mittlere Betriebe zu kostenintensiv oder wegen mangelnder Auslastung ineffizient, wobei Kooperationen mit einzelnen Sportvereinen und Fitnessstudios wiederum häufig äußerst unflexibel und in ihrem Angebot sehr beschränkt sind. Eine mögliche Lösung für die Überwindung solcher Schwierigkeiten könnte in der Nutzung digitaler Plattformen externer Dienstleister liegen, wie zum Beispiel die der MIVO mitarbeitervorteile GmbH.

Virtuelles Gesundheitsmanagement mit geringem Aufwand

Das Unternehmen bietet im Rahmen betrieblichen Gesundheitsmanagements zwei Ansätze: Auf ihrem kostenfreien Vorteilsportal www.mitarbeitervorteile.de bietet die MIVO für die Angestellten von teilnehmenden Firmen neben zahlreichen anderen Vorteilsangeboten auch die Möglichkeit, zu günstigen Konditionen an Sportartikel (z.B. Sportbekleidung oder Fahrräder) und zu den Angeboten von Sportvereinen zu gelangen. Auch gesunde Ernährung wird durch verschiedene rabattierte Angebote unterstützt und gefördert. 

Vorausgewählte Angebote erleichtern das Gesundheitsmanagement.

Um auf die Vorteile zugreifen zu können, müssten sich die Angestellten lediglich einmalig registrieren und könnten anschließend, je nach ihren individuellen Bedürfnissen, frei aus dem Gesamtangebot wählen. Da die Finanzierung des Portals über Provision oder Werbekostenzuschüsse der Anbieter selbst erfolgt, bleiben sowohl die Nutzung als auch die Services zur Einrichtung und Akkreditierung für die teilnehmenden Firmen und ihre Mitarbeiter kostenfrei. Es muss somit keine kostspielige Infrastruktur errichtet werden und auch der Verwaltungsaufwand ist äußerst gering.

Vom E-Bike bis zur psychologischen Beratung

In ihrem B2B-Bereich auf b2b-mitarbeitervorteile.de hält die MIVO darüber hinaus diverse Dienstleistungsangebote für die Organisation eines betrieblichen Gesundheitsmanagements bereit. Dabei vermittelt sie ausgewiesene Benefit-Angebote ihrer Partner, wie E-Bike-Leasing oder Europas größte Gesundheitsdatenbank, schnell und unkompliziert an interessierte Unternehmen. Das Portfolio umfasst zudem eine psychologische Online-Beratung, wodurch vor allem angesichts der aktuellen Krisensituation auch die psychische Gesundheit der Beschäftigten einfach und anonym gefördert werden kann. Ein weiterer Vorteil dieser Art von Gesundheitsmanagement ist, dass es sich um vorausgewählte Angebote handelt, die bereits steuerlich und rechtlich geprüft sind.

Durch ein digitales betriebliches Gesundheitsmanagement tragen teilnehmende Unternehmen tragen dazu bei, aktuelle wie langfristige Risiken und Herausforderungen der Heimarbeit für sich und ihre Angestellten abzuwehren. Abgesehen davon zahlt sich ein betriebliches Gesundheitsmanagement durch einen Beitrag zur Bindung und Leistungserhaltung der Mitarbeiter aus, ohne dass dafür größere Aufwendungen nötig wären. 

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