Sechs Tipps, damit aus einem Unternehmen ein „Digital Business“ wird

Der Weg zum Digital Business ist voller Hindernisse und Unternehmen stehen sich oft selbst im Weg. Wer sich die folgenden sechs Bereiche bewusst macht und konkret dafür Lösungen erarbeitet, kommt vielleicht mit weniger Blessuren zum Ziel.

Die Tatsache, dass Meinungsforscher, Experten und Unternehmensberater seit Jahren auf Hürden, Hindernisse und Baustellen bei der digitalen Transformation aufmerksam machen, zeigt zweierlei: Viele Betriebe sind nach wie vor im alten Trott unterwegs, traditionell und wenig offen für Neues. Selbst diejenigen, die inzwischen wissen, dass sich etwas ändern muss, bleiben steif und ungelenk. Darüber hinaus werden Studien, Untersuchungen und Befragungen immer plakativer und das lässt den Schluss zu: die Zeit drängt. Unternehmen aber trauen sich zu wenig zu. Je mehr auf sie eingeredet wird, desto größer die Angst, etwas falsch zu machen.

Dabei sagt niemand, dass sich alles auf einmal ändern muss. Das ist sogar nicht unbedingt zielführend, denn wer garantiert, dass alle parallelen Veränderungen auch ineinandergreifen? Es ist sinnvoll, Stellschrauben nacheinander zu drehen und die eine auf die andere abzustimmen. Hier die größten Hindernisse, die die Marktforscher von Gartner in einer aktuellen Umfrage identifiziert haben und die es aus dem Weg zu räumen gilt:

Mut, hierarchische Strukturen aufzubrechen

Die digitale Transformation bedeutet eine massive Veränderung in allen Bereichen des Unternehmens. Firmen sollten bei der Denkweise der Beschäftigten ansetzen, und zwar auf allen Ebenen. Hierarchische Strukturen müssen aufgebrochen, es muss wieder mehr miteinander geredet werden. Das zu forcieren, ist Aufgabe der Geschäftsleitung gemeinsam mit einer Instanz, die über technische Möglichkeiten gut Bescheid weiß, beispielsweise mit dem Chief Information Officer (CIO) oder IT-Leiter. Dieses Gremium definiert die Leitlinien für die Digitalisierung und probiert sie zunächst in kleinerens Team aus. Anschließend können die neuen Ideen Stück für Stück ins Unternehmen getragen werden.

Bereitschaft für echtes Teamwork

Im Unternehmen ist das Ökosystem, das nach dem Prinzip „Wissen ist Macht“ funktioniert und die Kontrolle Einzelner Personen über Prozesse, Informationen und Systeme bedeutet, ein Auslaufmodell. Wissen darf heute keine exklusive Ware mehr sein, alles lässt sich in Knowledge-Datenbanken ablegen und für Jedermann zugänglich machen. Dazu muss man die Mitarbeiter aber erst einmal bringen. Die Botschaft sollte lauten: Widerstand wird einkalkuliert, ist aber zwecklos. Auch hier darf in Etappen gearbeitet werden. Zuerst diejenigen, die für eine intensivere Zusammenarbeit offen sind, an Bord holen. Nach und nach lassen sich, bei Erfolg, auch andere Beschäftigte leichter überzeugen.

IT-Infrastruktur auf Vordermann bringen

Den Wandel im Blick stehen der Chef, CIO oder CDO häufig vor der IT-Infrastruktur und merken: Hoppla, alles irgendwie alt. Dem Unternehmen fehlen Fähigkeiten und Ressourcen, neue Geschäftsideen oder -modelle auf der Basis digitaler Technologien einzuführen. Die so genannte „Digital Readiness“ lässt sehr zu wünschen übrig, damit steht und fällt aber jedes Digitalisierungsprojekt. Sinnvoll ist, ein überschaubares Projekt mit interessierten Mitarbeitern zu starten und hier zu investieren.

Talente im Betrieb aufwecken

Das ist ein ganz heißes Thema, weil es im Grunde garnicht so kompliziert anzupacken ist. Statt in klassischen Abteilungen zu denken und Mitarbeiter dort zu belassen, wo sie von der Personalabteilung ursprünglich eingesetzt wurden, sollte es möglich sein, besondere Talente einzelner Mitarbeiter zu fördern. Technik-affine Kollegen etwa sollten die Chance bekommen, sich in Bereichen wie Künstliche Intelligenz (KI) oder Internet of Things (IoT) weiterzubilden – je nachdem, was das Unternehmen weiterbringt.

Freiräume für Querdenker schaffen

Mitarbeiter mit besonderen Fähigkeiten oder auch nur dem Interesse an der Digitalisierung sind heutzutage wertvoll und sollten gefördert werden (siehe oben). Das nutzt aber alles nichts, wenn die Strukturen so eingefahern sind, dass die Talente ihre neuen Skills und das Know-how nicht „an die Firma“ bringen können. Dabei wäre es wichtig, ihre Expertise in neue Geschäftsmodelle oder andere Abteilungen münden zu lassen. Das Unternehmen sollte sich die Flexibilität leisten, die Rolle von Kollegen neu zu definieren oder ihnen den Freiraum bieten, zweigleisig zu arbeiten: im Tagesgeschäft und etwa in einem der angesprochenen Innovationszirkeln.

Geduld und Strategie machen vieles möglich

Veränderung ist immer anstrengend. Besonders wenn es an Geduld und einem Plan fehlt. Langfristig sollten Unternehmen sich so aufstellen, dass der Wandel so einfach wie möglich wird. zu empfehlen ist hier eine Plattform-basierte Strategie, die den Wandel unterstützt und alle Etappen in das Große Ganze einordnet. Davon profitieren kann nach und nach das gesamte Unternehmen.

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Ein Kommentar

  1. Gerade hier auf dem Lande erscheint mir Deutschland tatsächlich als eine digitale Wüste. Mein Unternehmensberater hat mit der schlechten Internetverbindung eines der Hauptprobleme in unserer Region und damit für unser Familienunternehmen ausgemacht. Dies soll in der Stadtplanung zwar nach und nach verbessert werden, ich werde jedoch bereits jetzt mehr in die IT Fertigkeiten meines Teams investieren. So können die bestehenden Anlagen zumindest optimal genutzt werden.

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