Glücklich im Job: Worauf es Beschäftigten ankommt

Geld allein macht nicht glücklich. Was ist es dann? Für den Arbeitsplatz kristallisieren sich immer mehr Faktoren heraus, nach denen Beschäftigte ihren Job bewerten. Was wichtig ist, ändert sich gerade. Verantwortlich dafür ist vor allem die Digitalisierung. 

In einer neuen Studie des britischen Marktforschungsinstituts Censuswide wurden Beschäftigte um Faktoren gebeten, anhand derer sie ihre aktuelle Arbeit bewerten. Die meisten (39 Prozent) machen ihre Zufriedenheit daran fest, ob sie gut mit ihren Kollegen zurechtkommen. Für nur 30 Prozent ist Geld der wichtigste Faktor. Bei der Frage allerdings, aus welchen Gründen sie ihren aktuellen Job gerade nicht mögen, sagten nur 13 Prozent: die Kollegen. Bei einem Viertel, also deutlich mehr, stimmt das Geld nicht. Wie ist diese Diskrepanz zu erklären?

Manche Beschäftigten haben sich mit ihrem Job arrangiert und wollen erst für kommende Aufgaben andere Maßstäbe anlegen. Vertrauen in die Wandlungsfähigkeit des Arbeitgebers sieht anders aus.

Ein Grund könnte sein, dass viele Arbeitende sich mit ihrem Job arrangiert haben (44 Prozent haben seit fünf Jahren den Arbeitslatz oder Arbeitgeber nicht gewechselt) und erst für kommende Aufgaben andere Maßstäbe anlegen. Möglicherweise sind die Strukturen im Unternehmen traditionell (Arbeitende inklusive), moderne Arbeitsweisen und Skills sind im Unternehmen kein Thema und Kollegen arbeiten nur selten zusammen, um das als wichtigen Faktor einzustufen. Vertrauen in den Arbeitgeber, dass er wandlungsfähig und modernisierbar ist, sieht anders aus. Fast 40 Prozent der Befragten sind aber so frustriert in ihrem aktuellen Job, dass sie einen Wechsel überlegen und für rund ein Drittel sind Langeweile und „Immer das gleiche“ wichtige Gründe für eine Kündigung.

Die Zahlen können auch so interpretiert werden: die Art und Weise, wie sich Arbeitende heute wahrnehmen, ändert sich gerade drastisch. Themen wie New Work, Teams und Collaboration, aber auch Wertschätzung (unter Kollegen sowie im Verhältnis zu Führungskräften) und Fehlerkultur gewinnen an Bedeutung, und viele Beschäftigte beginnen erst, sich damit auseinanderzusetzen. Diese Ambivalenz zeigen auch die weiteren Ergebnisse: Für mehr Geld würden 45 Prozent ihren Job wechseln. Unter Erfolg subsumieren die meisten (36 Prozent) aber nicht ein hohes Gehalt, sondern eine gutes Gleichgewicht zwischen Arbeit und Privatem (Work-Life-Balance). Es scheint derzeit unheimlich schwer zu definieren, was gerade wichtig ist. Ihre Unzufriedenheit definieren Beschäftigte aktuell eher über Dinge wie fehlende Aufstiegschancen und Gehaltserhöhungen – vielleicht, weil es greifbarer ist.

Firmen müssen zuhören, wollen sie ihre Besten halten

Unternehmen sollten solche Zahlen aufhorchen lassen. Eine zufriedene Belegschaft ist nicht erst seit Neuestem die Grundlage für den Unternehmenserfolg. Doch erst durch die Veränderungen in der (digitalisierten) Arbeitswelt rücken Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Mittelpunkt einer Unternehmenskultur, die mehr ist als Stechuhr, Anwesenheit und Hierarchien. Um Arbeitende zu halten sind Unternehmen heute aufgefordert, Weiterbildungsangebote zu machen,Vertrauensarbeitszeit und mobile Arbeit zu gewähren oder kreativen und motivierten Beschäftigte Freiräume in produktiven Teams zu lassen. Sich wohl zu fühlen heißt heute auch, die Gemeinsamkeiten und gemeinsamen Ziele exakter zu definieren und Mitarbeitern die Möglichkeit zu geben, einen Sinn in ihrem Job zu sehen, das ist 34 Prozent der Befragten wichtig. Kurzum: Mit unzufriedenen Mitarbeitern ist kein Geschäft zu machen – und dagegen sollte man besser was tun.

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Ein Kommentar

  1. Ich denke, dass jeder Mitarbeiter anders ist. Gerade deshalb sind agile Arbeitsmethoden und ein ausgeklügeltes Projektmanagement ein sehr guter Weg den motivierten Mitarbeiter da einzubinden wo er möchte und kann. Führungskräfte wollen aber den Mitarbeiter immer da haben wo er gerade gebraucht wird. Diese Diskrepanz führt häufig zu einseitiger Arbeit und gelangweilten Mitarbeitern. Das wird sich Dank automatisierter Systeme jedoch in absehbarer Zeit ändern. Was passiert dann mit dem Mitarbeiter, von dem Jahre lang erwartet wurde immer denselben Handgriff zu erledigen und dessen Arbeit jetzt digital abläuft? Hat er die Motivation und Expertise andere Projekte anzugehen? Ich denke für viele alteingesessene Mitarbeiter wird Digitalisierung das Ende ihrer Karriere bedeuten. Sei es, weil der Mitarbeiter sich strikt gegen die neue Arbeitswelt wehrt oder weil das Unternehmen ihn nicht ausreichend geschult hat. Man kann sich ja vieles schönreden, aber das nicht.

    Klar, es gibt auch anpassbare Mitarbeiter, Eigenmotivation und Know How sind vorhanden. Alles schön und gut. Wenn der Mitarbeiter an einem Projekt aus Mangel an Expertise nicht teilnehmen kann, hat er vielleicht doch die Motivation das fehlende Know How zu erlernen. Fehlt dem Mitarbeiter allerdings die Motivation eine Arbeit auszuführen, ist es vielleicht besser sein Aufgabenfeld dahin zu verschieben wo er mehr Motivation zeigen kann. Natürlich kann nicht jeder Mitarbeiter im Unternehmen jede Woche eine andere Aufgabe und Schulung bekommen, aber grundsätzlich sollte Führungspersonal offen dafür sein die Positionen der Mitarbeiter innerhalb des Unternehmens bei Bedarf anzupassen und ihnen in Projektarbeiten die Möglichkeit geben sich zu entfalten.

    Grundsätzlich kann der Mitarbeiter mehr, als er auf der Arbeit zeigt. Motivierte Mitarbeiter sind das A und O einer gut funktionierenden Firma. Sie setzen sich da ein wo sie gebraucht werden, ohne dass man sie zwingen muss. Sie erlernen neue Aspekte mit oder ohne fremde Hilfe. Wenn man sie machen lässt, sollte man davon ausgehen, dass die Firma funktioniert und der Mitarbeiter! Einfach dadurch, dass der Mitarbeiter selbst entscheiden kann und wird, wann er Pausen oder Abwechslung braucht. Die Voraussetzungen für motivierte Mitarbeiter fehlen in den allermeisten Firmen allerdings. Zum Beispiel eine flache Hierarchie, denn der Mitarbeiter, der „sein Ding“ machen soll, muss wissen was Sache ist und das kommt in Pyramidenstrukturen einfach nicht unten an. Kommunikation als einfaches intuitives Mittel (Chats und Social Intranet) ist sowieso ein gutes Beispiel fehlender Infrastruktur für den Erhalt eines motivierten Mitarbeiters. Wahrscheinlich werden in den meisten Firmen agile Arbeitsmethoden nicht wirklich gelebt, höchstens mal ausprobiert.

    Statistiken sind ja unverzichtbar, aber gerade in diesem Artikel wird klar, dass jeder Mitarbeiter individuelle Bedürfnisse hat. Wenn man bei der Firmengründung gleich eine Unternehmenskultur festlegt und gezielt Werte bei der Einstellung der Mitarbeiter sucht, die genau zum Unternehmen passen, kann man dieses breite Spektrum an Optimierungswünschen des Mitarbeiters am besten einschränken (gutes Beispiel: Asana). Stellt eine Sportfirma z.B. nur Fußballenthusiasten ein, wird mit ziemlich großer Sicherheit einiges Richtung Fußball passieren, wenn sich die Führungsetage dazu entscheidet die Firmenkultur auszuleben und die Mitarbeiter zufriedenzustellen. Das kann zum Beispiel ein wöchentlicher Fußball-Stream mit den Kollegen sein, Fußbälle und Tore im Unternehmen für den kreativen Freiraum zwischendurch, Sportwetten oder diverse vereinsspezifische Events. Selbst unterschiedliche Fangruuppen stören den Zusammenhalt auf der Arbeit nicht. Fakt ist, keiner dieser Mitarbeiter (obwohl glücklich, weil Fußball und Arbeitsgebiet) würde (gern) zur Arbeit kommen, wenn
    a) die Arbeit nicht vernünftig vergütet wird (30 Urlaubstage aber das Gehalt geht für das Auto und die Wohnung, Nahrungsmittel und Kinder drauf);
    b) sie zu wenig Freizeit haben (Freunde und Familie sind auch noch da, 8 Stunden Arbeit am Tag sind ohnehin schon zu viel (effektiv arbeitet man während der gesamten Zeit sowieso nicht)… rechnet man dann bei vielen das Pendeln, das Fertigmachen und die Mittagspause noch dazu…. viele sind 12 Stunden täglich FÜR die Arbeit wach, addiert man 8 Stunden Schlaf, bleiben nur noch 4 Stunden Freizeit); Was davon ist bitte gesund?
    c) sie psychhisch oder sogar physisch leiden müssen. Denn ja, Mobbing gibt es nicht nur an Schulen und Lästern wird in vielen Firmen stillschweigend hingenommen.

    Diese 3 Punkte sind die, über die man nicht diskutieren sollte. Sie sollten eigentlich Voraussetzung sein.

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