Dank Coaching den Übergang zu New Work meistern

Die neue Arbeitswelt verspricht viel Freiheit und Selbstbestimmung, doch der Weg dorthin ist für die meisten Beteiligten holprig. In Zeiten großer Veränderungen können Coaches Orientierung und Stabilität bieten.

New Leadership, radikale Agilität und Work-Life-Balance: New–Work–Konzepte sind nicht erst seit heute in aller Munde. In einem davon geprägten Arbeitsalltag, der hinsichtlich des wann, wo & wie zuvor ungekannte Freiheiten zulässt, sollten sich viele Mitarbeiter*innen als autonomer in ihrem Handeln erleben und dementsprechend insgesamt sowohl effizienter als auch zufriedener arbeiten. In der Theorie klingt das gut – neu, modern, besser – aber ist es das wirklich?

Überstunden, lange Arbeitstage und ständigen Erreichbarkeit sind negative Begleiterscheinungen des Wandels in Richtung Remote Work.

An Schattenseiten mangelt es New Work nämlich nicht. Werden Konzepte à la New Leadership nur halbherzig oder bloß interessengebunden umgesetzt, können sie schnell zur Belastung für die meisten Beteiligten führen. Überstunden, lange Arbeitstage und der Zwang zur ständigen Erreichbarkeit sind nur einige negative Begleiterscheinungen dieses Wandels. Um auch unter diesen Umständen entscheidungsfähig bleiben zu können und nicht den Überblick zu verlieren, wird Coaching für viele Unternehmen zu einem bevorzugt eingesetzten Instrument. Mit Coaches, die besonders auf die individuellen Herausforderungen ihrer Klienten eingehen, können die Vorteile der New-Work-Arbeitswelt zu sinnvoller und zufriedenstellender Wirkung gebracht werden. 

Mitarbeiter sehnen sich nach Orientierung

Die digitale Transformation ist mit Veränderungen für jeden einzelnen verbunden. Werden Lebens- und Arbeitswelten volatiler, wächst das Bedürfnis nach Orientierung und Sicherheit spürbar. In schneller Folge wechselnde Projekt- und Teamstrukturen und völlig neue Entscheidungshorizonte sorgen für Unsicherheit. Sie lassen bei Mitarbeitern den oft genug als bedrohlich erlebten Eindruck entstehen, ständig im Raum des völlig Ungewissen zu driften. Coaches können wesentlich zur Orientierung beitragen, indem sie diejenigen Kräfte zu wecken und zu kanalisieren helfen, durch welche Mitarbeiter*innen die positiven Charakteristika von New Work aufgreifen, verstärken und so auch für das Unternehmen wirksam werden lassen können.

Zu den Chancen von New Work gehören transparente Kommunikationsstrukturen in flachen Hierarchien, die einen schnellen, offenen Austausch aller Beteiligten fördern. Um eine entsprechende Kommunikations- und Feedback-Kultur zu leben, müssen jedoch lang eingespielte hierarchische Muster aufgebrochen und neue Wege der Entscheidungsfindung beschritten werden. Von Kommunikationsprozessen über Zuständigkeiten bis hin zu konkreten Arbeitsschritten gewinnen eine Vielzahl von Organisationselementen neue Bedeutungen und Schwerpunkte. Besser als jede andere Entwicklungsmaßnahme kann Coaching in der Gestaltung solcher Veränderungen die individuellen Bedürfnisse aller Mitarbeiter im Unternehmen bedienen – vom Azubi bis hin zum CEO. Einzel- oder Team-Coachings helfen, das warum und wozu hinter neuen Maßnahmen besser zu verstehen und aktiv im eigenen Tätigkeitsprofil zu verankern.

Wo ist mit Problemen zu rechnen?

Problematische Situationen können auf jeder Hierarchieebene entstehen – äußern sich jedoch unterschiedlich. Was Berufseinsteigern Startschwierigkeiten und Überforderung bereitet, führt bei erfahreneren Fachkräften eher zu Boreout (Langeweile-Syndrom) und Sinnkrisen. Anpassungen an agile Strukturen und der Umstieg auf digitale Tools werden von erfahrenen Fach- und Führungskräften oftmals nicht ohne inneren Widerstand akzeptiert.

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Auf Managementebene ist es heutzutage zudem wichtig, bekannte und bewährte soziale Kompetenzen um neue Komponenten zu ergänzen: Remote Leadership, sprich das Führen von virtuellen Teams, das Arbeiten in verschiedenen Zeitzonen, das Anbieten zeitnaher Feedback-Gespräche auf Detailniveau – solche neuen Aufgaben, zu denen es noch wenig Erfahrungswerte gibt, bedürfen besonderer Aufmerksamkeit, weil sie leicht und häufig unerkannt zu Quellen von Fehlern, Stress und Unsicherheit werden.

Qualifizierte Coaches helfen dabei, solch komplexe Situationen zu reflektieren, Handlungsoptionen auszuloten und Ziele zu klären. All dies ist essenziell für den Erfolg des gesamten Unternehmens. Nur wenn es den Mitarbeitern gut geht und sie um ihre Bedeutung für das Ganze wissen, kann ein Unternehmen langfristig erfolgreich sein. Umso mehr gilt dies unter den Bedingungen einer VUCA-Welt (Volatility, Uncertainty, Complexity‚ Ambiguity → Unbeständigkeit, Unsicherheit, Komplexität, Mehrdeutigkeit): Schneller als je zuvor verlassen wertvolle Kräfte eine Organisation, wenn deren Ziele mit den eigenen nicht in Einglang gebracht werden können.

Online-Coaching: New Work – New Coaching

Coaching ist generell in unterschiedlichen Szenarien und Formaten durchführbar. Nicht in jedem Fall und nicht für alle Themenkomplexe, aber doch in vielen Ausgangssituationen und Fällen eignen sich – wie generell in der neuen Arbeitswelt – virtuelle Kanäle der Kommunikation im Coaching. Große Vorteile eines virtuellen Coachings sind die deutlich erhöhte Schnelligkeit der Reaktion bis hin zur Echtzeit-Antwort sowie die ungleich größere Flexibilität in räumlicher und zeitlicher Hinsicht. 

Nur wenn es den Mitarbeitern gut geht und sie um ihre Bedeutung für das Ganze wissen, kann ein Unternehmen langfristig erfolgreich sein.

Neben der immer öfter wahrgenommenen Umsetzung von Online-Coaching in Form eines Videocalls bzw. der Begegnung über eine virtuelle Plattform werden auch zeitversetzte Message-boards oder bislang aus der Online-Didaktik bekannte Tools wie virtuelle Übungsaufgaben populärer. Für den DCV (Deutscher Coaching-Verband) als seriösen Berufsverband kommen hier zur Nutzung ausschließlich Dienste in Frage, die den datenschutzrechtlichen Vorgaben der DSGVO entsprechen.

Selbstständigkeit, Freiheit und eine gute Work-Life-Balance stehen bei New Work im Fokus der Aufmerksamkeit. Damit diese Werte gewinnbringend für Unternehmen zur Entfaltung gebracht werden können, sollte ebenso das Bedürfnis der meisten Mitarbeiter nach einem plausiblen Rahmen von Sicherheit und Orientierung ins Blickfeld rücken. Nur wenn die neuen Herausforderungen verständlich benannt und umsetzbar auf konkrete Tätigkeitskontexte heruntergebrochen werden, können die positiv gedachten Implikationen von New Work auch in der Praxis das Arbeitsleben erleichtern.

Gute Coaches helfen dabei, die skizzierten Herausforderungen des Arbeitsalltags zu meistern – dabei ist es egal, auf welcher Ebene eines Unternehmens man wirkt. Hilfestellungen und Lösungsmodelle werden individuell und passend zum Bedarf der Mitarbeiter*innen erarbeitet. Neuere und für vielerlei Kontexte angemessene Einsatzmöglichkeiten bietet dabei das Online-Coaching mit seinen unterschiedlichen Formaten, welches sich besonders durch seine im Vergleich zum Präsenz-Coaching höhere räumliche und zeitliche Flexibilität auszeichnet. „In Echtzeit“ kann beispielsweise via Live-Chat auf veränderte Problemlagen reagiert werden.

Wie finde ich den richtigen Coach?

Da „Coaching“ in Deutschland keine geschützte Berufsbezeichnung ist, kann sich jede und jeder auch Coach nennen. Wie kann vom Personalmanagement erkannt werden, ob man es mit einem Blender oder einer seriösen Expertin mit langjähriger Erfahrung zu tun hat? Einschlägige Merkmale der Professionalität von Coaches sind zum Beispiel überprüfbar gültige und aussagekräftige Kompetenznachweise wie ein Zertifikat des Deutschen Coaching Verbands e.V. (DCV), die Verpflichtung auf berufsspezifische Ethikrichtlinien sowie transparente Gestaltung des Coaching-Vertrags im Anschluss an ein hinreichendes Gespräch zur Auftragsklärung.

Über den Autor

Alexander Brungs ist seit 2010 als Coach tätig und seit mehr als drei Jahren Vorstand im Deutschen Coaching Verband e.V. (DCV). Diesen repräsentiert er auch im Roundtable der Coachingverbände (RTC). Nach seinem Studium in Göttingen, Erlangen und Rom war Brungs an mehreren internationalen Forschungsprojekten beteiligt und unterrichtete an verschiedenen Universitäten in Deutschland und der Schweiz im Fach Philosophie. Derzeit ist er auch Projektmitarbeiter an der Professur für Neuere Geschichte (deutsch-jüdische Geschichte) der Universität Potsdam.

 

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