Diese digitalen Skills braucht es für die neue Arbeitswelt

Während sich Unternehmen zunehmend “digital first” ausrichten, sollten sie ihre Mitarbeitenden nicht aus den Augen lassen. Diese brauchen nun eine Reihe neuer digitaler Fähigkeiten, die ihnen gezielt vermittelt werden sollten. 

Nach mehr als zwei Jahren Pandemie ist das hybride, digitale Arbeiten für den Großteil der Menschen nicht mehr wegzudenken. Das digitale Büro ersetzt zunehmend das klassische. So ist die digitale Infrastruktur für 40 Prozent der deutschen Wissensarbeiter:innen heute bereits wichtiger als das physische Büro, wie eine Studie von Slack und YouGov kürzlich herausfand. 

Virtuelle Kommunikation folgt anderen Regeln, hat ein anderes Tempo und sie will gelernt sein.

Doch während sich das Arbeiten rasant digitalisiert, bleiben Mitarbeiter:innen zunehmend auf der Strecke. Der Digital Skills Index von Salesforce zeigt, dass knapp drei Viertel der Befragten noch nicht über die notwendigen digitalen Fähigkeiten für die Arbeitswelt der Zukunft verfügen. Doch der Wandel, den Arbeitsplätze durchlaufen, muss auch auf Seite der Angestellten stattfinden, damit agile, flexible und effiziente Zusammenarbeit möglich ist. Laut der Studie sind drei digitale Fähigkeiten dabei besonders entscheidend: digitale Kollaboration, Verschlüsselung und Cybersicherheit sowie Coding und App-Entwicklung. Unternehmen können ihre Belegschaft beim Erlernen dieser Fähigkeiten gezielt unterstützen, wenn sie die folgenden Schritte beachten.

Mehr als nur Kommunikation: Digitale Kollaboration

Virtuelle Kommunikation folgt anderen Regeln, hat ein anderes Tempo und eine andere Frequenz als der persönliche Austausch im Büro. Und sie will gelernt sein. Unternehmen müssen daher die nötige Basis schaffen, auf der alle Mitarbeiter:innen unabhängig von ihrem digitalen Skill-Level miteinander kommunizieren können. Das umfasst – neben der technischen Ausstattung – den Einsatz von Software-Lösungen, wie beispielsweise intuitiv bedienbare Kollaborationstools. Unternehmen, die ihre Mitarbeitenden optimal unterstützen wollen, sollten folgende drei Tipps beherzigen:

#1 Guidelines etablieren: Mitarbeitende dürfen mit neuen, unbekannten Tools nicht allein gelassen werden. Ein erklärendes Regelwerk rund um Funktionsweise und Verwendung dieser digitalen Tools sollte als Unterstützung an die Hand gegeben werden, um Berührungsängsten vorzubeugen oder etwa die Befürchtung zu nehmen, zu jeder Zeit für die Arbeit erreichbar („always on“) sein zu müssen.

#2 Vorbild sein: Das Verhalten von Führungskräften gegenüber neuen Technologien wirkt sich unmittelbar auf die Mitarbeiter:innen aus, schafft Vertrauen und die nötige Akzeptanz. „Digital Leadership“ lautet das Stichwort, das auch beim Pharmakonzern Novartis ganz oben auf der Agenda steht: Die Führungskräfte des Unternehmens standen der Einführung neuer Tools wie Slack offen und experimentierfreudig entgegen und konnten diese so erfolgreich bei den Mitarbeitenden etablieren.

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#3 Freiräume und Weiterbildungsmöglichkeiten schaffen: Werden neue Lösungen wie Kollaborationstools eingeführt, muss den Mitarbeitenden Zeit zur Verfügung stehen, sich mit ihnen vertraut zu machen. Tauchen Fragen auf, müssen Antworten schnell und unkompliziert verfügbar sein – zum Beispiel durch Wissenspools mit gesammelten Materialien oder regelmäßigen Weiterbildungsangeboten im Umgang mit neuen Tools.

Safety first: Verschlüsselung und Cybersicherheit

Das Arbeiten im digitalen Raum bedeutet auch die Konfrontation mit potenziellen Gefahren durch Sicherheitslücken und Cyberattacken. Der Faktor Mensch spielt dabei eine entscheidende Rolle. Unternehmen müssen sicherstellen, dass Mitarbeitende keine Risiken darstellen, sondern selbst zu Sicherheitsexpert:innen werden. Die Basis dafür: nötiges Wissen rund um Verschlüsselung und Cybersicherheit vermitteln und passende Werkzeuge an die Hand geben. Mit diesen drei Tipps sind Unternehmen in der Lage, ihre Mitarbeiter:innen vor Angriffen von außen zu schützen:

Der Faktor Mensch spielt bei der Konfrontation mit potenziellen Gefahren eine besondere Rolle.

#1 Aufklärungsarbeit leisten: Wissen ist der beste Schutz. Regelmäßige Schulungen und Workshops für unterschiedliche Jobprofile decken Risiken auf und schärfen das Bewusstsein für die lauernden Gefahren. Lerninhalte, die auf das Unternehmen zugeschnitten sind oder Angriff-Simulationen, machen das Thema Cybersicherheit greifbar und motivieren die Belegschaft, sich weiterzubilden.

#2 E-Mail ersetzen: Die E-Mail ist als Technologie nicht nur veraltet, sondern stellt auch ein hohes Sicherheitsrisiko dar – das erkannte im vergangenen Jahr unter anderem das Berliner FinTech Solarisbank und sattelte von E-Mail auf Slack um, um seinen Mitarbeitenden eine sichere Kollaborationsplattform zu bieten. So ist die Plattform einerseits offen für die Zusammenarbeit mit externen Partner:innen via Slack Connect, schützt gleichzeitig aber auch gegen Angriffe von außen. Zudem macht sie Kommunikation deutlich schneller und transparenter.

#3 Identitätskontrolle etablieren: Durch Home-Office und Remote Work finden interne Informationen immer häufiger den Weg in private Endgeräte und unternehmensfremde Netzwerke. Unternehmen müssen daher genau definieren, welche Personen zugriffsberechtigt sind. Mit Zero Trust-Lösungen wie Zero Trust Network Access (ZTNA) lassen sich Identitäten und Zugriffe ohne großen Aufwand kontrollieren und Mitarbeiter:innen können orts- und zeitunabhängig ohne Sicherheitsbedenken auf das Netzwerk zugreifen.

Nicht nur für Entwickler:innen: Coding und App Development

Die digitale Infrastruktur in Unternehmen wächst, gleichzeitig fehlt es an IT-Fachkräften, um diese zu managen. Daraus ergeben sich zwei Aufgaben: Die IT muss entlastet und andererseits die Mitarbeitenden, die bislang über keine entsprechenden Kompetenzen verfügen, stärker befähigt werden. Hilfreich für den Einsatz der richtigen Tools sind folgende drei Tipps:

Mitarbeitende sollten dazu befähigt werden, digitale Workflows zu gestalten.

#1 Arbeitsabläufe automatisieren: Arbeitsabläufe und Aufgaben, die sich regelmäßig wiederholen, können durch Automatisierung schnell und zuverlässig erledigt werden. Passende Tools ermöglichen es den Mitarbeitenden, unabhängig vom Kenntnisstand mit wenigen Klicks individuelle Automatisierungen einzurichten. So konnte etwa trivago, einer der weltweit führenden Anbieter für die Suche nach Unterkünften, mithilfe des Workflow Builders von Slack die Erfassung von Quartalsverträgen automatisieren und vereinfachen.

#2 Potenziale finden und fördern: In jedem Unternehmen schlummern versteckte Potenziale und Talente, die es zu entdecken und fördern gilt. Mitarbeitende, die als sogenannte „Citizen Developer“ IT-Teams entlasten, können durch Skill-Management-Tools identifiziert und für die Arbeit mit No-Code- oder Low-Code-Plattformen effektiv eingesetzt werden.

#3 Individualisierte IT-Umgebung schaffen: Das technologische Fundament entscheidet darüber, wie effizient das digitale Büro genutzt werden kann. Hilfreich ist hier ein API-Design, das nicht nur über alle Skill-Level hinweg eine einfache Integration von Apps und Workflows erlaubt, sondern auch individualisierbar ist. So können Developer auch komplexe Anwendungen zügig implementieren und Mitarbeitende sind in der Lage, selbst aktiv zu werden.

Fit für die neue Arbeitswelt

Ob neue, digitale Kommunikationsformen, Cybersicherheit oder IT-Kenntnisse: Die Herausforderungen der modernen Arbeitswelt sind zweifelsohne groß. Sie sind aber zu meistern, wenn Unternehmen jetzt bei den digitalen Kompetenzen ihrer Mitarbeitenden und Teams ansetzen und ihnen dafür die richtigen Tools an die Hand geben. Auf diese Weise schaffen Unternehmen das Fundament, damit Mitarbeitende ihr volles Potenzial ausschöpfen können und sie auf die Anforderungen der digitalen Arbeitswelt vorbereitet sind.


Über den Autor

Oliver Blüher ist verantwortlich für das Geschäft in der Region Zentraleuropa beim Collaboration-Spezialisten Slack.

 

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