Digitale Infrastruktur: Industrie fordert schnelleren Ausbau der Datennetze

Ohne vernünftige Infrastruktur wird Deutschland von anderen Ländern in Sachen Digitalisierung und damit im Wettbewerb abgehängt. Das befürchten mehrere Telekommunikationsverbände und fordern daher den Ausbau leistungsfähiger digitaler Infrastrukturen.

„Wir müssen jetzt die Weichen stellen, damit der von der Bundesregierung ausgerufene flächendeckende Gigabit-Ausbau bis 2025 Realität wird.“

Mit insgesamt zehn Kernforderungen richten sich der Verband Deutscher Kabelnetzbetreiber e.V. (ANGA), der Bundesverband Glasfaseranschluss e.V. (BUGLAS), der Verband der Internetwirtschaft (eco), das Fibre to the Home Council Europe (FttH Council Europe) sowie der Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten e.V. (VATM) an Politik und Wirtschaft. Die Initiatoren nennen ihre Forderungen „zentrale Stellschrauben“, bei denen es darum gehe, die „Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche digitale Transformation“ zu schaffen, so die Verbandpräsidenten unisono.

Schnelles Internet und bessere Rahmenbedingungen für Investitionen

Die einzelnen Punkte sprechen Themen wie den Ausbau der Gigabit-Glasfaser-Netze, auch in Regionen, die „wirtschaftlich nicht erschließbar sind, den Einsatz alternativer Verlegemethoden sowie effizientere und koordinierte Genehmigungsverfahren an. Mit letzterem richtet sich eine Aufforderung an die Politik, die Rahmenbedingungen für Telekommunikationsunternehmen, Investoren und Dienstleister zu verbessern. „Ohne Gigabit-Netze gibt es keine innovativen Dienste, keine 5G-Anwendungen und kein Internet der Dinge. Wir brauchen hierzulande flächendeckend Gigabit-Netze als zentrale Infrastruktur der Zukunft“, so die Initiatoren.

„Von einer erfolgreichen digitalen Transformation in Deutschland hängen die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft sowie letztlich auch Steuereinnahmen und Beschäftigung ab“, erklären die Verbände weiter. „Wir werden die Bundesregierung bei der Umsetzung der Gigabit-Versorgungsziele maßgeblich unterstützen und stehen für eine intensive und zielorientierte Zusammenarbeit bereit, um einen beschleunigten Ausbau zu erreichen.“

Dass die Digitalisierung neue Strategien erfordert und vor allem, dass die Zeit drängt, sieht man immer daran, dass irgendwo ein Masterplan ausgerufen wird. So hat die niedersächsische Landesregierung Ende August einen „Masterplan Digitalisierung“ beschlossen. Kernstück des mehr als eine Milliarde Euro umfassenden Konzepts ist der Ausbau der Netze: Mindestens 500 Millionen Euro will das Land bis Ende 2022 dafür investieren. Auch andere Bundesländer verfolgen eine Digitalstrategie. Den Unterzeichnern des Thesenpapiers der Telekommunikationsverbände geht das zu langsam. „Die Bundesregierung setzt in ihrem Koalitionsvertrag auf den flächendeckenden Ausbau von Gigabit-Netzen bis 2025. Jetzt geht es darum, die Weichen für die Umsetzung dieses Ziels zu stellen.“

Die anlässlich des Gigabit-Symposium 2018 formulierten zehn Kernforderungen finden Sie hier.

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