Digitale Weiterbildung – Deutsche Unternehmen vergeben Chancen

Noch immer investieren deutsche Unternehmen zu wenig in die Weiterbildung der Mitarbeiter und verbauen sich damit Zukunftschancen. Angesichts des Fachkräftemangels und der derzeit guten Auftragslage ist das fahrlässig. Immerhin gibt der Mittelstand jetzt mehr Gas. 

In Zeiten der Digitalisierung dreht sich in der Arbeitswelt das Rad deutlich schneller als noch vor ein paar Jahren. Damit Mitarbeiter aber weiterhin auf aktuellem Stand sind, sollten sie gezielt geschult und weitergebildet werden.

Je größer ein Unternehmen, desto größer ist auch die Wahrscheinlichkeit, dass der Betrieb in die Weiterbildung von Mitarbeitern investiert. (Bild: Bitkom)
Je größer ein Unternehmen, desto größer ist auch die Wahrscheinlichkeit, dass der Betrieb in die Weiterbildung von Mitarbeitern investiert. (Bild: Bitkom)

Jedoch investieren lediglich 57 Prozent der deutschen Unternehmen in die Weiterbildung der eigenen Mitarbeiter, um diese für die neue digitale Arbeitswelt fit zu machen, wie aus der repräsentativen Umfrage Digital Office Index 2018 des Digitalverbands Bitkom hervorgeht, für die rund 1100 Unternehmen mit mehr als 20 Mitarbeitern befragt wurden.

Nur bei größeren Unternehmen liegt dir Fortbildungsquote höher. Firmen mit 500 Mitarbeitern und mehr investieren laut eigenen Angaben 62 Prozent in die Weiterbildung der Mitarbeiter. Der Mittelstand ist derweil bemüht, aufzuholen. Hier  hat die Bereitschaft besonders stark zugenommen, mehr in Fortbildung zu investieren. War es vor zwei Jahren nur jedes zweite Unternehmen, das in die Weiterentwicklung der digitalen Expertise der eigenen Mitarbeiter Geld in die Hand genommen hat, sind es 2018 bereits 60 Prozent. Bei Unternehmensgrößen von 20 bis 99 Mitarbeitern liegt der Wert stabil bei 56 Prozent.

Wie wichtig die Digitalkompetenz der eigenen Mitarbeiter für die Digitalisierung ist, belegt auch eine gemeinsame Studie der GfK und des Beratungsunternehmens etventure. Im Zentrum der digitalen Transformation stehen demnach nicht Technologien oder digitale Entwicklungen, sondern Menschen, die die neuen Möglichkeiten kreativ und gewinnbringend für das Unternehmen einsetzen können sollten.

Nicht nur IT-Spezialisten gefragt

„Die Digitalisierung hat schon heute großen Einfluss auf das Arbeitsumfeld und die Art zu arbeiten. Wenn vermehrt Maschinen, Roboter und Computer Tätigkeiten übernehmen, sind nicht nur IT-Spezialisten gefragt“, erklärt Nils Britze, Bitkom-Referent für Digitale Geschäftsprozesse. Vielmehr brauchten alle Arbeitnehmer bereits bei einfacheren Alltagstätigkeiten entsprechende Kenntnisse. Das sei nur mit „lebenslangem Lernen“ zu bewerkstelligen. Allerdings versäumten es Unternehmen, insbesondere angesichts der aktuell guten Auftragslage, in die Mitarbeiter von morgen zu investieren. „In Zukunft braucht es vor allem sehr gut qualifizierte Fachkräfte – dafür müssen auch die Unternehmen sorgen“, sagt Britze.

Der Digitalverband Bitkom bietet parallel zum Digital Office Index auch einen kostenlosen Benchmark, in dem Anwender den Stand der Digitalisierung in ihrem Unternehmen ermitteln können. Nach dem Ausfüllen des Fragebogens bekommen die Verantwortlichen einen Indexwert, den sie mit anderen Unternehmen, anderen Unternehmen der eigenen Branche und mit dem Wert gleichgroßer Unternehmen vergleichen können. Anwender erhalten damit eine Orientierung, wie sie in den einzelnen Bereichen sind, aber auch welche Maßnahmen eingeleitet werden können, um den eigenen Stand zu verbessern.

Am 22. November können Interessierte bei der „Digital Office Conference“ des Bitkom in Berlin verschiedene Themen rund um das digitale Büro vertiefen. Neben Arbeit 4.0 stehen die Digitalisierung von Kundenservices, Finanzprozessen und Verwaltungsprozessen – Stichwort eAkte – im Fokus.

Titelfoto: Kobu Agency via Unsplash

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