Anti-Ziele führen manchmal schneller ins Ziel

Treten auch Sie häufig auf der Stelle und ist Ihr Alltag mit Dingen gefüllt, die den Spaß an der Arbeit verderben? Stellen Sie Ihr Anliegen einfach mal auf den Kopf! Die Inversion einer Fragestellung und das Setzen von Anti-Zielen können häufig ein Problem schneller lösen oder führen direkter ins Ziel.

Charlie Munger, einer der erfolgreichsten Investoren der Welt und Partner des legendären Warren Buffett, hat daraus ein Lebensmotto und eine Wissenschaft gemacht: das Prinzip der Inversion. Munger hat sich dafür vom Mathematiker Carl Jakobi das Diktum „Invertieren, immer invertieren!“ ausgeliehen und es auf seinen Beruf angewendet. 

„Charlie und ich haben nicht gelernt, schwierige Business-Probleme zu lösen. Was wir aber gelernt haben ist, diese zu vermeiden“, sagt sein Partner Warren Buffet. Ihre Methode: „Stellen Sie eine Situation oder ein Problem auf den Kopf, betrachten Sie es rückwärts. Was passiert, wenn alle unsere Pläne schief gehen? Wo wollen wir nicht hin und wie landet man genau dorthin?“, so Munger. Statt nach Erfolg zu suchen, rät der Investor, sich eine Liste zu machen, auf welche Weisen man scheitern könnte. Dazu gehörten in seinem Fall Faulheit, Neid, Selbstmitleid, Ansprüche oder Voreingenommeheit, also Gewohnheiten, die zur Selbstsabotage beitragen. 

Und so hätten die beiden nicht durch brillante Ideen den Fonds Berkshire Hathaway zum Erfolg verholfen, sondern schlicht dadurch, dass sie vor allem versucht hätten, Dummheiten zu vermeiden. Auf eine Formel gebracht klingt das laut Munger folgendermaßen: 

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  • Was will ich erreichen? 
  • Was soll auf keinen Fall eintreten? Was ist das Worst-Case-Szenario? 
  • Wie könnte es dazu kommen? 
  • Wie kann ich diesen Fall verhindern? 

Anti-Ziele entrümpeln den Arbeitsalltag

Andrew Wilkinson, Autor und Gründer von metalab.com und getflow.com, hat mithilfe desselben Prinzips seinen Arbeitsalltag so reformiert, dass die Arbeit wieder Spaß macht. Nach langen Arbeitstagen und durchwachten Nächten hätten sich er und sein Kompagnon gefragt, was eigentlich falsch läuft, schreibt er in einem Blogbeitrag. Ihre Tage waren mit Aufgaben gefüllt, die ihnen in der Summe den letzten Nerv kosteten. Kurzum: Sie teilten dasselbe Problem mit vielen anderen Menschen, die ihre Zeit in der Arbeit nicht mehr genießen konnten.

Doch anstatt sich zu fragen, wie der perfekte Tag denn aussehen könnte, haben die beiden einfach eine Liste mit den Dingen gemacht, die einen schlechten Tag ausmachen: Zu dicht gepackte Terminkalender, zu viele Meetings mit Menschen, die ihnen nur die Zeit raubten, zu lange Anwesenheit im Büro, zu viele Reisen. 

Nun wurden Strategien entwickelt, wie diese Unannehmlichkeiten vermieden werden können, es wurden also Anti-Ziele formuliert: 

  • Keine persönlichen Treffen, wenn Absprachen auch telefonisch oder per E-Mail getroffen werden können.
  • Nicht mehr als zwei verplante Stunden pro Tag. 
  • Keine Geschäfte oder Verpflichtungen mit Menschen, mit denen man eigentlich nichts zu tun haben will.
  • Keine Gefälligkeiten annehmen von Menschen, die eine Gegenleistung einfordern könnten.
  • Wenn möglich, Arbeiten im Café oder im Park.
  • Lieber Video-Konferenzen halten oder die Reisekosten für Besuche anderer übernehmen.
  • Keine Besprechungen allzu früh am Morgen. 

Klar, nicht jeder kann sich seinen Arbeitsalltag komplett nach eigenem Gusto gestalten. Jeder ist irgendwo auch von anderen abhängig und muss sich mehr oder weniger nach ihnen richten. Trotzdem lohnt sich oft ein genauerer Blick auf die Struktur des Arbeitsalltags. Man findet immer wieder Dinge, die es so eigentlich nicht braucht. Bei Wilkinson und seinem Partner hat es zumindest geholfen. 

Titelfoto: Annie Spratt via Unsplash.com

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