Social Apps: WhatsApp & Co. ersetzen immer mehr das Telefon

Das Telefon stand bisher als eigener Kommunikationskanal für sich. Künftig wird Voice wohl nur als Teil eines umfassenden Kommunikationskonzepts betrachtet werden müssen, das auch Text, Video und Daten beinhaltet. Apps wie WhatsApp machen es vor – und der private Nutzer ist wohl schon soweit. 

Im privaten Umfeld nutzen Anwender soziale Medien aus ganz unterschiedlichen Motiven: Sie halten Kontakt zu Freunden oder informieren sich über aktuelle Ereignisse, Dienstleistungen und Produkte. Darüber hinaus wird fleißig in diesen Kanälen kommuniziert. Vor allem Apps spielen dabei eine große Rolle, sie ergänzen zunehmend das klassische Telefon. Für die Verbindung zwischen Kunde und Anbieter, sei es bei der Kontaktpflege oder im Marketing-Mix, ergeben sich ganz neue und kreative Schnittstellen.

Kontakte knüpfen oder pflegen und Informationen sind für die meisten Nutzer ein wichtiger Grund, um soziale Netze zu verwenden. (Bild: Bitkom Research)
Kontakte knüpfen oder pflegen und Informationen sind für die meisten Nutzer ein wichtiger Grund, um soziale Netze zu verwenden. (Bild: Bitkom Research)

Laut einer aktuellen Bitkom-Studie, für die rund 1200 Internetnutzer ab 14 Jahren sowie knapp 1100 User von Messenger-Apps befragt wurden, ist inzwischen das Telefonieren über diese Apps sehr beliebt geworden. Vor allem Jugendliche greifen häufig zur App, um darüber zu telefonieren – weil es beispielsweise über WLAN billiger ist. 51 Prozent der Befragten geben an, in den letzten drei Monaten auch Anrufe über Messenger-Apps getätigt zu haben, 31 Prozent sogar via Video-Anruf.

Natürlich ist das telefonieren über App bei den Jüngeren selbstverständlicher, doch die Unterschiede in der Altersverteilung sind nicht so groß, wie man vielleicht meinen könnte: Bei den 14- bis 29-jährigen Messenger-Nutzern verwenden bereits 62 Prozent die Apps auch für Telefonate. Betrachtet man nur die Unter-20-Jährigen, sind es sogar bereits knapp acht von zehn Nutzern. Bei den 30- bis 49-Jährigen drücken 48 Prozent das Telefonhörer-Symbol in ihrem Messenger, bei Menschen über 50 ist es immerhin jeder vierte.

Dabei scheint aber die private Nutzung zu überwiegen. Lediglich 10 Prozent der Befragten treten über Social Apps mit Unternehmen in Kontakt. In Anbetracht der Tatsache, dass Menschen mobiler werden und so auch von Herstellern und Dienstleistern erreicht werden wollen, könnte diese Zahl in den nächsten Jahren weiter steigen.

Immer mehr Menschen telefonieren über Social-Media-Apps wie Facebook-Messenger, WhatsApp oder Instagram. (Bild: Bitkom Research)
Immer mehr Menschen telefonieren über Social-Media-Apps wie Facebook-Messenger, WhatsApp oder Instagram. (Bild: Bitkom Research)

Welche App ist die richtige?

Wollen Unternehmen das Telefonieren via App in ihr Kommunikationskonzept integrieren, sollten sie sich ihre App genau auswählen. Wichtigstes Kriterium dürfte dabei die Zielgruppe sein. Bei Snapchat sind es fast ausschließlich Nutzer im Alter zwischen 14 und 29 Jahre. Bei Skype, das häufig auch im Unternehmensumfeld verwendet wird, ist dagegen das Altersspektrum gleichmäßiger verteilt.

Darüber hinaus gilt es die Benutzerfreundlichkeit, den Datenschutz und Verschlüsselung zu beachten. Die meisten Anwender (92 Prozent) interagieren am liebsten über eine App, wenn sie benutzerfreundlich ist. Sichere Daten sind für 90 Prozent ein wichtiges Kriterium und auf Ende-zu-Ende-Verschlüsselung legen 87 Prozent der Nutzer wert.

WhatsApp steht als Telefon-App ganz hoch im Kurs. 80 Prozent der unter 20-Jährigen nutzen den Messenger-Dienst auf diese Art. Der Erfolg hat andere App-Anbieter angespornt, eine Telefonfunktion nachzurüsten.

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