12 Erfolgsfaktoren für gutes Teamwork

Wovon hängt gute Zusammenarbeit in einem Team genau ab und was müssen Team-Leader tun, um diese zu gewährleisten? Haufe-umantis hat anhand einer Reihe wissenschaftlicher Erkenntnisse 12 Faktoren identifiziert.

Teams sind die „Kraftzellen“ von Organisationen und entscheiden in nicht unerheblichem Maße über geschäftlichen Erfolg oder Nicht-Erfolg. Es lohnt sich also für Unternehmen, den Fokus nicht nur auf Mitarbeitende, Abteilungen oder Business Units zu richten, sondern auch auf die Teams und deren Performance. Diese sind bisher oft ein blinder Fleck, obwohl die Forschung dedizierte Erfolgsfaktoren als Voraussetzung für Team-Performance identifiziert hat. Dieses Potenzial zu verschenken ist jedoch schlicht fahrlässig.

Im virtuellen Raum ist es schwieriger, Vertrauen aufzubauen, persönliche Befindlichkeiten wahrzunehmen oder Emotionen zu erkennen.

Gemeinsam mit der Hochschule für Technik (HFT) Stuttgart hat Haufe seit 2019 auf Basis von über 100 Studien zwölf Erfolgsfaktoren herausgearbeitet und 120 Fragen entwickelt, die Teams dabei helfen sollen, ihre volle Leistungsfähigkeit auszuschöpfen und sich nachhaltig zu entwickeln. Zugrunde liegt die Überzeugung, dass sich bei der Teamarbeit Rollen, Kompetenzen und Ideen so ideal kombinieren und ergänzen, dass die Summe größer ist als seine Teile. Oder um es in den Worten von Fußballtrainer Holger Stanislawskis auszudrücken: Ich will nicht die besten Elf – ich will die beste Elf“ 

Die zwölf Erfolgsfaktoren von Teampact

Doch welchen Nutzen haben die Erfolgsfaktoren in der Praxis? Und wie können Führungskräfte ihr Team damit auf Kurs halten – vor allem in der Pandemie, wenn viele im Homeoffice sind? Das geht ganz einfach: Jedes Teammitglied beantwortet mit Hilfe des Teamentwicklungs-Tools Haufe Teampact regelmäßig Fragen zu den zwölf identifizierten Faktoren. Durch die gewonnen Reflexionsergebnisse werden potenzielle „Missstände“ und Herausforderungen schnell in einem Dashboard sichtbar. 

Dort lässt sich einfach und schnell ablesen, wie es um die Team-Gesundheit steht: Sind alle Rollen im Team klar zugeteilt? Gibt es unter der Oberfläche Reibungspunkte? Drohen Konflikte oder gibt es einen Ungleichgewichte bei der Arbeitsverteilung? Werden solche Punkte rechtzeitig erkannt, können die Führungskräfte rechtzeitig gegensteuern, um das Team auf Kurs zu halten. So wird die Team-Chemie gestärkt und gleichzeitig der unternehmerische Erfolg gewährleistet.

Die zwölf Erfolgsfaktoren im Überblick 

#Accountability
Die Teammitglieder engagieren sich in hohem Masse für ihre Ziele, erfüllen ihre Aufgaben pflichtbewusst und verweisen auf ihre gegenseitigen Verantwortlichkeiten. 

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#Communication
Erfolgreiche Kommunikation ist ein Prozess, bei dem relevante Informationen genau, direkt, offen und zeitnah mit den jeweiligen Teammitgliedern geteilt werden. Durch eine offene und gesunde Kommunikationskultur können Konflikte angesprochen und konstruktiv gelöst werden.

#Skills & Competencies
Das Team verfügt über die erforderlichen komplementären Fähigkeiten und Kompetenzen, um Arbeitsfunktionen und komplexe Tätigkeiten flexibel und reibungslos auszuführen. Die Mitglieder streben danach, ihre Fähigkeiten und Kompetenzen zu verbessern.

#Team Autonomy
Ein Team ist autonom, wenn es in der Lage ist, ohne externe Einflussnahme Entscheidungen in Bezug auf eine bestimmte Arbeitsfunktion, ein Projekt oder eine Aufgabe zu treffen. Es hat die Freiheit, die am besten geeignete Vorgehensweise zur Erfüllung seiner Aufgaben zu wählen. 

#Playfulness
Verspieltheit und Experimentierfreude entsteht, wenn die Teammitglieder intrinsisch motiviert sind und mit viel Freude und Energie ihre Aufgaben und Tätigkeiten ausüben. Im Team herrscht eine kreative Atmosphäre, in denen die Teammitglieder neue Ideen einbringen und herausfordernde Aufgaben gemeinsam bewältigen.

#Role Clarity
Die Teammitglieder haben klare Rollen mit definierten Zuständigkeiten, was ihnen hilft, ihre Aufgaben zu meistern. Sie verstehen die individuellen und gemeinsamen Verantwortlichkeiten aller Mitglieder. 

#Team Purpose
Beschreibt das „Warum“ eines Teams und sorgt für ein Gefühl der Verbundenheit und Sinnhaftigkeit. Es ist der Grund, warum Menschen sehr engagiert und motiviert sind zusammen zu arbeiten und ein gemeinsames Ziel zu erreichen.

#Trust
Vertrauen vermittelt ein Gefühl der Sicherheit und ermöglicht den Teammitgliedern, transparent zu sein und Wissen zu teilen. Wenn das Vertrauensniveau hoch ist, fühlen sich die Teammitglieder sicher, neue Ideen einzubringen, für ihre Meinung einzustehen, Unsicherheiten offen zu zeigen wie auch schwierige Themen anzusprechen.

#Goal Clarity
Das Team kennt und versteht seine Ziele und Aufgaben und ist über deren aktuellen Stand informiert.  Dies ermöglicht es dem Team, zielorientiert zu arbeiten und Prioritäten angemessen zu setzen.

#Mutual Support
Die Bereitschaft und Fähigkeit der Teammitglieder, sich gegenseitig bei der Erfüllung ihrer Aufgaben zu unterstützen, die Arbeitslast gleichmäßig zu verteilen und füreinander einzustehen. Die Teammitglieder schätzen sich gegenseitig als Individuen und den Beitrag des jeweils anderen zum Erfolg des Teams.

#Team Impact
Das Team ist der festen Überzeugung, dass die Arbeit, die es leistet, von Bedeutung ist, eine Veränderung bewirkt und einen Einfluss auf den Erfolg der Organisation hat.

#Team Learning
Der geneinsame Lernerfahrung beschreibt die Fähigkeit der Teammitglieder, in einem geschützten Rahmen Feedback zu geben und zu erhalten. Es bedeutet auch, Erfahrungen zu sammeln sowie unterschiedliche Perspektiven einzuholen und zu reflektieren mit dem Ziel, sich als Team kontinuierlich weiterzuentwickeln.

Remote Team Health

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Mit Methoden und Maßnahmen zur Teamentwicklung können Teams ihre Probleme erkennen, reflektieren und lösen. Es sollte Team-Leads allerdings bewusst sein, dass es besonders im virtuellen Raum schwieriger ist, Vertrauen aufzubauen, persönliche Befindlichkeiten sowie die Gruppendynamiken richtig wahrzunehmen und über Emotionen sowie persönliche Themen zu sprechen. Besonders berücksichtigt werden sollten neben Vertrauen, Kommunikation und „persönliche Beziehungen“, daher folgende Punkte: Eine gute Moderationsfähigkeit des Team-Leads, die Nutzung von Online-Tools, die Etablierung von klaren Strukturen (wöchentliche formelle und informelle Meetings) sowie eine klar verankerte Feedbackkultur. 

Die spielerische Komponente sollten hier nicht zu kurz kommen, denn sie fördern die Kreativität und steigern die (intrinsische) Motivation. Besonders in einer Zeit, in der nach wie vor viele Kolleg:innen remote arbeiten, ist der Faktor Playfulness als starker Treiber für Leistung und Zufriedenheit unerlässlich und gleichzeitig virtuell herausfordernd. Deshalb empfiehlt es sich immer wieder auch neue Formate wie Kudos oder High Five auszuprobieren, um die Motivation bei der Arbeit aufrecht zu erhalten. So kann auch im virtuellen Raum sichergestellt werden, dass Mitarbeiter:innen sich wohlfühlen und Teams als „Kraftzelle“ der Organisation erfolgreich sind.


Über den Autor

Axel Singler ist Managing Director beim HR-Software-Hersteller Haufe-umantis AG.

 

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