Datenkompetenz ist der Schlüssel zur Digitalisierung

Daten sind nicht nur das „Öl des 21. Jahrhunderts“, sondern auch Treibstoff der digitalen Transformation. Daten eröffnen dem eigenen Geschäftsverständnis eine neue Dimension und machen zusätzliche Marktchancen sichtbar. Die Förderung der Datenkompetenz auf breiter Front gehört deshalb zu den wichtigsten Aufgaben des Managements während der Digitalisierung.

Datenkompetenz ist der Schlüssel zur DigitalisierungEine der wichtigsten Aufgaben für Unternehmen während der digitalen Transformation besteht im Aufbau von Datenkompetenz. Gemeint ist damit die Fähigkeit, Entscheidungen auf Basis der Analyse vorhandener Daten zu treffen und die daraus gewonnenen Einsichten zu nutzen, um existierende Geschäftsmodelle aufzuwerten. In einer weiteren Ausbaustufe dient Datenkompetenz dazu, völlig neue Geschäftsmodelle zu gestalten, bei denen Daten ein integraler Bestandteil und differenzierender Faktor zu Konkurrenzprodukten sind.

Doing Digital: Daten als Arbeitsgrundlage

Um im digitalen Zeitalter erfolgreich zu sein, müssen Organisationen und Teams ihre Denkweise, ihre Zusammenarbeit und ihre Arbeitsweise ändern. Gleich die erste Hürde, die es hier zu nehmen gilt, ist eine der schwierigsten: Datenexperten sind derzeit weltweit gesucht. Data Scientists sind nicht zwingend Computer- oder Datenbankexperten, sondern Menschen, die Business-Vorgänge im Kontext der dazu gehörenden Daten betrachten und daraus Erkenntnisse schöpfen können. Dieses Berufsprofil ist relativ neu und die Zahl der ausgebildeten Fachkräfte auf diesem Gebiet noch zu gering, um den enormen Bedarf zu erfüllen.

Unternehmen werden mittelfristig nicht umhin kommen, geeignetes Personal aus den eigenen Reihen zu identifizieren und es über Fortbildung mit entsprechenden Fachkompetenzen auszustatten. Zu den Grundvoraussetzungen gehören hier eine gewisse Affinität zu Mathematik und Statistik sowie die Fähigkeit, mit einer fortgeschrittenen Programmiersprache wie R oder Python arbeiten zu können. Von Vorteil sind auch branchenspezifisches und technisches Fachwissen, um neue potenzielle Datenquellen identifizieren zu können. Diese entstehen beispielsweise durch die Ausstattung mechanischer Komponenten mit Sensoren.

Gleichzeitig ist der Aufbau einer technischen Plattform für die Datenanalyse notwendig. Diese sollte in der Lage sein, Daten aus sehr unterschiedlichen Quellen zu aggregieren, diese miteinander zu verknüpfen und sie so aufzubereiten, dass auch das „normale“ Personal der Fachabteilungen damit arbeiten kann – nicht nur die Datenexperten. Diese Plattform sollte zudem skalierbar sein, damit sie möglichst vielen Fachabteilungen mit unterschiedlichen Anforderungen dienen kann. Sie sollte ebenfalls eine Möglichkeit bieten, Best-Practice-Lösungen für verschiedene Anwendungen abzubilden.

Being Digital: Daten als Geschäftsgrundlage

Know-how im Umgang mit Daten und eine leistungsfähige Analyseplattform, die in allen Bereichen eines Unternehmens genutzt wird, stellen jedoch nur den Beginn der digitalen Transformation dar. Unternehmen, die auf diesem Weg weiter fortgeschritten sind, haben Daten in den Mittelpunkt aller geschäftlichen Aktivitäten gerückt. Der digitale Weg nutzt Daten, um hyperpersonalisierte Märkte der Loszahl 1 zu schaffen – das heißt einem Kunden, einer Botschaft, einem Produkt oder einer Dienstleistung.

Der Weg dorthin führt häufig über die Fokussierung auf das digitale Kundenerlebnis. Die Beobachtung und systematische Verbesserung der Customer Experience wird zum größten Treiber der internen Transformation. Daten liefern die Grundlage zur Analyse des Kundenverhaltens und stellen den Kontext für die Interaktion her. Anfangs meist auf den Bereich Marketing beschränkt, werden mit der Zeit immer mehr Möglichkeiten gefunden, das Kundenerlebnis zu verbessern, aber auch neue Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln. In einer aktuellen Umfrage unter Führungskräften gaben nur 16 Prozent der Teilnehmer an, dass sie Kundendaten aus digitalen Interaktionen effektiv erfassen und nutzen können. Organisationen, die aus diesen Daten bereits Erkenntnisse schöpfen, erwarten in den nächsten zwei Jahren ein solides Umsatzwachstum.

Die Investition lohnt sich: Auf Basis einer eigenen Datenplattform hat Cognizant beispielsweise einem großen deutschen Automobilhersteller dabei geholfen, ein Echtzeit-Analysesystem aufzusetzen, um die Präferenzen seiner Kunden zu erforschen. Das Unternehmen war dadurch in der Lage, die Interaktion mit seinen Kunden zu verbessern und ihnen Angebote zu unterbreiten, die exakt auf die Anforderungen der Kunden zugeschnitten waren. Das Resultat war eine drastische Steigerung des Verkaufs von Ausstattungsextras bei neuen Fahrzeugen sowie von eigenen Dienstleistungen und Originalersatzteilen. Der verbesserte Dialog brachte dem Unternehmen zudem eine spürbar höhere Kundenzufriedenheit und Markentreue.

Die Rolle des Managements ist bei diesem Prozess nicht zu unterschätzen. Doing und Being Digital hängt maßgeblich von den Change-Management-Fähigkeiten des Management ab. Die Aufgabe reicht von der Aneignung digitaler Skills seitens der Belegschaft bis hin zur Anerkennung von Datenkompetenz als Schlüsselfaktor zur Verbesserung interner Prozesse und Erschließung neuer Businesschancen.

Der Erfolg der digitalen Transformation hängt letztendlich von der Fähigkeit eines Unternehmens ab, das Potenzial seiner Daten zu aktivieren. Der Weg dorthin führt über einen vielschichtigen, mehrstufigen und technisch aufwändigen Prozess. Cognizant unterstützt Unternehmen in allen Phasen der Digitalisierung.


Über den Autor

Torsten Wegener ist Vice President Analytics and Information Management bei Cognizant.

 

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