Wie Datenqualität und Datenmanagement in die Fachabteilungen kommen

… und warum Unternehmen die Datenkompetenz der Mitarbeiter ausbauen sollten

Aller Anfang ist schwer: Um eine Datenkultur im Unternehmen zu etablieren, braucht es eine Initialzündung innerhalb der Fachbereiche. Die Position eines Chief Data Officers leisten sich in Deutschland momentan nur Großunternehmen, seine Funktion wird dennoch dringend benötigt.

Unternehmen wissen heute um die Bedeutung von Daten. Sie helfen dabei, einen Überblick über die Geschäfte zu erlangen, neue Geschäftsmöglichkeiten zu bestimmen und fundierte Entscheidungen zu treffen. Allerdings benötigen Unternehmen Mitarbeiter, die sich eingehend mit diesen Daten beschäftigen und aus ihnen verwertbare Informationen ziehen. Das ist immer öfter der Chief Data Officer (CDO) in Zusammenarbeit mit seinem Datenmanagement-Team. Sie sorgen dafür, dass Unternehmen in allen Bereichen datengestützt arbeiten. 

Der CDO sieht seine Aufgabe z.B. darin, die unterschiedlichen Datenquellen zu synchronisieren und zu aktivieren.

In den USA sind CDOs in allen Hierarchieebenen bis auf Vorstandsebene zu finden. In Deutschland sind diese Datenexperten zumeist auf Abteilungsebene verankert und insgesamt eher noch eine Seltenheit. Eine Erhebung des ITK-Verbands Bitkom aus dem Jahr 2017 zeigt, dass es zu diesem Zeitpunkt nur in jedem zehnten Unternehmen in Deutschland einen Chief Digital oder Data Officer (CDO) oder eine vergleichbare Position wie zum Beispiel einen Leiter Digitalisierung gab. 

Der CDO hat eine technisch ausgelegte Business-Funktion

Mittlerweile sind CDOs auf dem Vormarsch, besonders in großen Unternehmen. Die Deutsche Bank, EasyJet, ProSiebenSat.1 Media oder die Deutsche Telekom – sie alle haben die Stelle eines CDOs in ihren Organisationen besetzt. Für diese Konzerne ist es wichtig, dass diese Datenspezialisten im Unternehmen den Überblick behalten, wo und wie Daten gesammelt und verarbeitet werden. Der CDO kann organisationsweit als Ansprechpartner fungieren, wenn Abteilungen spezielle Daten benötigen oder Fragen zur Datenerhebung haben. Der CDO von ProSiebenSat.1 Media sieht seine Aufgabe beispielsweise darin, die unterschiedlichen Datenquellen innerhalb seiner Organisation zusammen mit seinem Team zu synchronisieren und zu aktivieren.

Der CDO hat also hauptsächlich geschäftliche Aspekte im Blick. Damit unterscheidet er sich beispielsweise von fachlichen Experten wie einem Data Scientist, dessen Aufgaben darin bestehen, geeignete Datenquellen zu identifizieren und zusammenzustellen sowie Analysen vorzubereiten und durchzuführen. Zudem hat der CDO die Aufgabe, ein Datenteam aufzubauen, mit dem Ziel, eine datengesteuerte Kultur innerhalb der gesamten Organisation zu etablieren. Hierfür sind ganz unterschiedliche Rollen und Aufgaben im Datenteam zu besetzen. So sind Fähigkeiten in den Bereichen Datenmanagement, Analytik, Datenwissenschaft, Ethik und digitale Transformation notwendig.

Daten-Know-how unternehmensweit aufbauen

Unternehmen haben damit begonnen, Datenteams aufzubauen und stellen dafür offenbar auch Budgets bereit: Im Zeitraum von 2016 bis 2017 sind laut den Marktanalysten von Gartner die Budgets für solche Maßnahmen um 23 Prozent gestiegen. Getrieben wird diese Entwicklung unter anderem durch die komplexen DSGVO-Anforderungen, jedoch nimmt auch die Relevanz von Daten für die Geschäftsentwicklung kontinuierlich zu.

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Es ist damit zu rechnen, dass der Bedarf an Fachkräften weiterhin steigt. So prognostiziert IBM einen massiven Anstieg an Arbeitsplätzen für Datenexperten bis zum Jahr 2020. Der Mangel an IT-Fachkräften erschwert jedoch den Aufbau eines Datenteams. Tatsächlich könnten in Europa bis 2020 bis zu 500.000 IT-Fachkräfte fehlen, so eine Studie des Beratungsunternehmens Empirica aus Bonn.

Woher die Experten nehmen?

Auch Mitarbeiter der Fachabteilungen können die Datenqualität im Self-Service-Verfahren sicherstellen.

Die Alternative kann darin bestehen, eigene Mitarbeiter im Umgang mit Datenwerkzeugen auszubilden. Aufgaben wie das Qualitätsmanagement der Daten sollten sich ohnehin über alle Funktionsbereiche eines Unternehmens erstrecken, sodass sich unternehmensweite Weiterbildungsmaßnahmen auszahlen. Es ist daher sinnvoll, den Mitarbeitern in den Fachabteilungen Werkzeuge zur Verfügung zu stellen, um die Datenqualität im Self-Service- Verfahren sicherzustellen. Cloud-basierte Tools, die schnell und einfach in den Abteilungen eingeführt werden können, sind heute bereits verfügbar und produktiv sinnvoll nutzbar.

Auf diese Weise können Unternehmen ihre Datenqualität schrittweise verbessern und gleichzeitig den Wert ihrer Daten steigern. Durch einfach bedienbare Cloud-Anwendungen lassen sich zudem Mitarbeiter eher motivieren, sich mit Datenauswertungen zu beschäftigen. Für den CDO ergibt sich dadurch die Möglichkeit, weitere Mitarbeiter für sein Datenteam zu gewinnen, wenn diese Spaß an der künftigen Arbeit haben. Denn nur durch Investition in die Datenkompetenz der Mitarbeiter wird es zukunftsorientierten Unternehmen künftig möglich sein, die Mehrwerte ihrer Datenbestände gewinnbringend zu nutzen.


Über den Autor

Jan Wetzke ist Director Sales DACH beim Anbieter von Tools fürs Daten-Qualitätsmanagement Talend.

 

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